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Verlagstext (Pressemitteilung)
„Gereimtes über Ungereimtes“
Rezensiert von (timetext) by www.viademica.de im Mai 2009
 
Walter Meier:

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:::: Wo schrille Dissonanzen klingen ::::
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BERLIN. Muss man Walter Meier aus Halle an der Saale kennen? Eine berechtigte Frage und nur von jenen Zeitgenossen zu beantworten, die sich das Vergnügen leisten, den Meierschen Gedichtband „Gereimtes über Ungereimtes“ zur Hand zu nehmen. Wer den Mut aufbringt und die seit anno 1987 in Versform entstandenen „Sprüche zur Geschichte“ zu lesen beginnt, wird fasziniert sein. Der Untertitel „Ein garstig Lied! Pfui! ein politisch Lied! (nach Goethes Faust I) erfüllt für wache Geister alle nur denkbaren Erwartungen. Vorsorglich bittet der Autor seine Leser schon auf der Rückseite des Umschlages um Verständnis:

Drum lasset mit mir Sünder Gnade walten
und drückt verzeihend mal ein Auge zu.
Es sind dieselben „schwankenden Gestalten“,
die nach wie vor die Welt in Atem halten;
das Jahr ist schuldlos, so wie ich und Du.

So vorgewarnt, werden des Dichters oftmals prophetische Voraussagen zu einer spannenden Lektüre im gerade jetzt unaufhörlich rückblickenden Deutschland. MEIER bringt die gemeinsam erlebte gesellschaftliche Entwicklung in vielen Fällen auf den Punkt, so etwa, wenn er sarkastisch, kritisch und humorvoll an 1996 erinnert:

An diesem Jahre gibt es nichts zu meckern!
Fast jeder Sechste braucht nichts mehr zu tun.
Die Wohlstands-Center schießen aus den Äckern;
man muß nicht klotzen, braucht nicht mal zu kleckern;
man holt sich »Stütze«, um sich auszuruhn.

Wo Zuckerrüben wuchsen oder Weizen,
da zieht ein Glaspalast wie ein Magnet
mit fast fatal verführerischen Reizen
selbst denen, die mit jedem Groschen geizen,
die letzte müde Mark aus dem Jackett.

Und wo die Schlote schwefelgelbe Schwaden
und tausend Gifte in den Himmel spien,
da trällern Lerchen, zirpen zart Zikaden,
und in den Bächen kann man wieder baden –
wie schön, da jetzt so viele baden gehn!

Die Kurzform einer Pressemitteilung gebietet (leider) Einhalt. Der vom „Meister des Sports“ aus den 1950er Jahren zum „Meister des Worts“ gewandelte ehemalige DDR-Zehnkämpfer verteilt aber auf allen der 112 Buchseiten nicht selten Seitenhiebe, die ihre beabsichtigte Wirkung auch hinterlassen. Unter deren Wucht wird so mancher Politiker in Deckung gehen und froh sein, sich hinter dem (noch) unbekannten Wesen MEIER verstecken zu können. Angst vor dem Wortgewaltigen ist allerdings unangebracht, denn gelegentlich findet sich, wie kurz vor der Jahrtausendwende, der eine oder andere einfühlsame Trost:

Noch singen dem, der hören will, die Lerchen,
noch spricht zu dem, der träumen kann, der Fluß.
Noch lieben sich im Mondenschein die Pärchen;
ich hoffe doch, dass bleibt noch ein paar Jährchen,
zumindest bis ich Abschied nehmen muß.

Das so zu Ende geführte Jahr 1999 hatte es aber auch nötig; zwei geniale Prologe, technisierte Übermenschen von morgen, Hitlers geklonter Hund, fehlende Kinder im Sandkasten und Genetiker, die der Natur Designer sind, erfordern Aufmerksamkeit und anerkennendes Kopfnicken. Der erste der beiden Prologe soll es denn aber doch noch sein:

Ich wollte diesem Jahr ein Loblied singen,
verzeiht mir, Freunde, daß es nicht gelang.
Ich kann, wo schrille Dissonanzen klingen,
den Mißklang nicht in Harmonien zwingen.
Mein Jahresspruch scheint mir wie Schwanensang.

Denn Schwäne singen, heißt es, wenn sie ahnen,
daß ihrer kühnen Schwingen Kraft erschlafft;
als wollten sterbend sie uns Menschen mahnen:
Kehrt um! Ihr wandelt längst auf falschen Bahnen!
Apoll verlieh den Schwänen Seherkraft.

Walter Meier legt in seinen Versen jeden Respekt ab, wenn er die Machenschaften und Unzulänglichkeiten der Großen dieser Welt geißelt: Ein gewisser „Djordsch Dabbelju Bush“ würde Meier-Garstig wohl des texanischen Landes verweisen; vor dem Vatikan ließe ihn die Schweizer Garde über unseren Papst „Numero sechzehn“ nach Lage der Dinge – vielleicht noch hinwegsehn. Schon vorstellbarer daher der Besuch MEIERs im nahen Berlin:

Ach, »ÄNJELA«, du Engel aus dem Osten,
wie hast du es so herrlich weit gebracht;
vom Thälmann-Pionier zum höchsten Posten
des Staats, und noch dazu auf Volkes Kosten,
das heißt, der Arbeiter- und Bauernmacht.

An Höhenluft muß man sich sacht gewöhnen,
zu schneller Aufwärtstrieb macht taub und blind;
man lauscht berauscht den eignen Harfentönen
und überhört das Murren und das Stöhnen
der vielen, die da unzufrieden sind.

Du solltest nicht zu oft so weit verreisen,
es gibt am eignen Haus genug zu baun.
Und willst du dich als Hausherrin beweisen,
dann hol’ dir Rat bei ortsvertrauten Weisen,
statt dich im wilden Westen umzuschaun.

Du mahnst recht vorlaut Russen und Chinesen
mit Drohgebärden an das Menschenrecht.
Warum hast du, als du bei Bush gewesen,
dem Cowboy die Leviten nicht gelesen?
Devotes Katzgebuckle steht dir schlecht.

Seit dich die Großen dieser Welt hofieren
(statt Bruderkusses, Küßchen auf die Hand!),
seit Wachsoldaten vor dir salutieren
und rote Läufer deinen Weg markieren,
hat eitle Großmannssucht dich übermannt.

Du tätest gut daran, dich zu bescheiden.
Du mußt nicht gleich die halbe Welt belehrn.
Laß Bush in Texas seine Rinder weiden;
zu engen Schulterschluß mußt du vermeiden.
Mit Kriegsbrandstiftern darf man nicht verkehrn.

Genug geklagt. Du bist nicht zu beneiden.
Dein »Job« ist alles andre als bequem.
Wo Geld regiert, läßt es sich nicht vermeiden,
daß einer praßt und andre Hunger leiden.
Nicht DU bist schuld, die Schuld liegt im System.

Resümierend darf man behaupten: Wer eines der Buchexemplare in erster Auflage erwischt, macht ein echtes Schnäppchen – mehr noch, er schnappt nach einem Lecker(en)BISSen. Und er lernt mit Walter Meier einen Menschen kennen, der gegen die Ungereimtheiten des Lebens mit wohl gereimten Worten à la Tucholsky, Kästner und Heine geistreich zu Felde zieht.

Das besprochene Buch ||| Walter Meier: „Gereimtes über Ungereimtes“. Sprüche und Gedichte zur Geschichte 1987 – 2008. Erschienen im viademica.verlag berlin. Berlin 2009. 112 S., Preis 9,80 EUR. ISBN 978-3-937494-46-3. :::: HINWEIS: In diesem garstigen Büchlein gilt die „Meiersche Rechtschreibung“.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Online-Katalog:
„Gereimtes über Ungereimtes“
 
 
   
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